Freitag, 6. Dezember 2013

Sherlock Heinzmann und die verschwundene Seife

Es war ein Tag wie jeder andere auf der Insel Bellavista. Ich kam gerade zurück vom täglichen Fußballspielen und hatte mich geduscht. Als ich dann losging  um mir wie jeden Abend ein Tamarindo-eis zu kaufen, fiel mir auf, dass ich meine Seife und mein Handtuch neben dem Bad vergessen hatte. Ich ging also sofort zurück doch als ich ankam fand ich nur mein Handtuch vor, von der Seife fehlte jedoch jede Spur. ( Dramatische Musik... ) Ich schaute ein zweites Mal, doch tatsächlich war die Seife nicht mehr da, jemand musste sie entwendet haben, doch wer? (Die Dramatik steigt) Sofort zückte ich meine Lupe und steckte mir meine Pfeife an, wie es nur ein echter Detektiv tut. Da war auch schon die erste Spur: Frische Fußabdrücke im Staub. Doch wer hatte so kleine Füße dass sie zu diesen Abdrücken passen würden?  Ich verfolgte die mysteriöse  Spur und ertappte den Täter auf frischer Tat. Vor mir stand ein ca. 60 Kilo schweres Schwein das genüsslich meine Seife verspeiste. Das Schwein schien sich allerdings nicht wirklich dafür zu interessieren, dass ich es erwischt hatte und zusätzlich musste ich feststellen dass von der Seife bereits nicht mehr viel zu retten war. Zu guter Letzt hätte ich im Falle eines Kampfes auch keine Chance gehabt. Trotzdem konnte ich zufrieden zurückkehren in dem Wissen einen weiteren Fall geklärt zu haben.
Peter:1 Verbrechen:0

So kommen wir zurück zum wirklichen Blog-Eintrag. ^^
Im Großen und Ganzen gibt es nicht besonders viel Neues hier vom Inselleben, und wie der obere Teil beweist hab ich auch recht viel Freizeit. Ich versuch mal die wichtigsten Sachen zusammen zu fassen:
Wie ein paar ja schon wissen (Facebook joah) war ich in Quito auf einem Cypress Hill-Konzert, und es war der absolute Hammer. Schon beim reingehen sind wir irgendwie zufällig mit unseren normalen Karten in den VIP-Bereich gekommen und standen richtig nah an der Bühne. Zuerst kam die Vorgruppe QUITOMAFIA (bester Name^^) die aber auch ziemlich gut waren. Überraschender Weise war das Konzert ziemlich klein und außerdem open-air. Als dann Cypress Hill auf die Bühne kamen, stürmten dann aber ca 500 Leute von hinten das gesamte Konzertgelände, alle Zäune wurden niedergetreten und als dann die Leute von allen Seiten den Hügel runtergesprungen und gerannt sind konnten die ca. 30 Polizisten mit ihren Schildern auch nichts mehr machen. Demnach also 100% authentisches Feeling, spätestens als dann bei der Zugabe ‚Rock Superstar’ die Leute angefangen haben durchzudrehen und selbstgebastelte, kleine Flammenwerfer gezündet wurden.  Was ein geiles Konzert ! 
Bilder gibts leider keine...

War die Reise sowas von Wert. Wenn dann schonmal in Quito gleich noch meine Verwandten besucht die in der Nähe von Quito wohnen ( Cayambe ). Die wohnen schon seit fast 30 Jahren dort und sind damals nachdem sie für GIZ in Ecuador als Biologen gearbeitet haben, ausgewandert. Auf die Frage warum, meinte Klaus, wenn man nach einer Weile aus Ecuador zurück nach Deutschland kommt stelle man dort eine „geistige Enge“ fest und dass ich das auch noch erleben werde :D
Die beiden haben außerdem ein kleines Café in dem wir dann Essen waren und in dem ich dann endlich mein erstes Schnitzel in Ecuador essen konnte! 

 

Danach haben wir dann noch eine Nacht in ihrem Haus auf dem Land verbracht, wo sie auch ein kleines Stück Land haben und außerdem Schafe, Ziegen, Hühner, Meerschweinchen, Gänse und noch mehr.
Das Haus von Gieseckes


Die ganzen Bäume die man hier sieht sind Eukalyptusbäume
Wenn man da ein Blatt einknickt riecht das richtig krass


Retroautos :D

Marianne und Klaus


Am Abend kam dann noch der Nachbar vorbei der auch ziemlich lustig war und vor allem darauf bestand mit uns noch einen zu trinken, was dann aber daran gescheitert ist dass es keinen Wein mehr gab.^^

Danach gings dann also zurück in den Golf, wo alles eigentlich so ist wie davor. Letztens wurde Ich gewarnt beim Schwimmen gehen nicht mehr weit raus bzw auf die andere Seite zu schwimmen, weil die Fischer wieder ein Krokodil in der Nähe gesehen haben das an die 6 Meter Länge haben soll ^^ Hoffentlich seh ich das Viech mal noch, angeblich sieht man es nachts oft durch einen kleinen Lauf neben Bellavista schwimmen. Naja dann wollte ich letztens gerade los zum Unterricht geben aber direkt in der Eingangstür saß dann dieses nette Teil, das nicht nur richtig groß (ca. Handflächengrösse)  sondern auch giftig  ist^

Dafür seh ich zurzeit immer öfter Kolibris und hab sogar endlich auch mal Bilder :D



Der sieht zwar auf dem Bild recht groß aus, ist aber in wirklichkeit gerade mal doppelt so groß wie eine Hummel.
Angeblich gibt es in der Regenzeit richtig viele, d.h. so ungefähr Februar rum. Da soll es aber sowieso viel mehr Tiere geben (angeblich auch viele Schlangen) und außerdem wird alles wohl viel grüner.

Letztens dann übrigens auch noch so ne Art Waschbär gesehen der irgendwie ganz hoch in einem Mangrovenbaum saß, ich frag mich immer noch wie er da hoch gekommen ist :D
Der kleine schwarze Fleck ganz oben im Baum ist der Waschbär :D


Und zu guter Letzt wird Silvester dieses Jahr dann am Strand in Esmeraldas gefeiert da uns Marcos (ein Freund aus Guayaquil)gefragt hat ob wir mit ihm hinfahren wollen und wir können dort auch kostenlos bei seiner Familie schlafen. Herrlich ! Die Partys dort sollen richtig gut sein und Silvester am Strand is ja sowieso schon der Hammer ^^
Das wars dann auch schon wieder, so im nachhinein is dann doch mehr passiert wie ich dachte^^

Naja ich hoff es is nich allzu kalt in St. Georgen bzw in Deutschland :D


Hinterher noch paar Bilder einfach so.


Wenn einem das Frühstück plötzlich in den Finger beisst 


Abgefahrene Krabbe :D


El diabolo

Einer meiner lieblingsplätze zum chillen wenn das Wasser hoch steht

Wildnis booooohh

Man sieht irgendwann dass ich 90% der zeit in Flip-Flops rumlaufe :D

Peace out

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Von Surfern, Delfinen und Shrimps



So, irgendwie sind jetzt schon 2 Monate vorbei, wie dass so schnell ging ist mir auch nicht ganz klar. Auf jeden Fall ist es dringendst an der Zeit für einen neuen Blog-eintrag, da Ich einn bisschen hinterher hänge. Ich meine andere Leute schreiben jeden tag einen Eintrag, aber ich schieb da jetzt einfach mal die Schuld darauf dass ich hier auf der Insel kein Internet hab ^^ Nachdem ich also aus Baños zurück war gings dann direkt weiter auf die Insel. Hier war eigentlich alles gleich wie davor auch, außer dass am Wochenende das große Fussballturnier mit anschließender Fiesta bevorstand. Aus dem Anlass hab ich dann auch gleich angefangen mit zu trainieren und spiele seitdem fast jeden Abend, wobei die Regeln hier ein bisschen anders sind wie in Deutschland und es auch mal eher brutal zugeht ^^. Blöderweise bin ich dann nach 2 Tagen gleich mal krank geworden und wurde auf die andere Insel zu den Ärzten geschickt. Samstag konnte ich dann zwar nicht Fußball spielen bzw feiern aber am Sonntag war ich dann wieder Topfit und wie Federico (unser Koordinator) meinte gehört das ja irgendwie zum richtigen Ankommen dazu^^. Auf jeden Fall bin ich dann direkt am Montag nach Guayaquil gefahren um mir ein paar Sachen zu besorgen, unter anderem eine Gitarre.  Hier hab ich dann gleich im ersten großen Laden ein richtig endsgeiles Teil gefunden und sogar noch 50 $ billiger bekommen weil der Verkäufer keine Ahnung hatte und unter der Produktnummer ein billigeres Modell im Ladencomputer eingespeichert war.
da ist das Teil

Was ich jetzt den ganzen Tag mache dürfte ja demnach klar sein.
So dann wieder zurück auf die Insel zu vor allem richtig viel essen, an manchen Tagen hatte ich mittlerweile schon 5 warme Mahlzeiten, macht aber nichts, ist nämlich immer noch saumäßig lecker. Dazu gleich mal noch ein Bild von den Legendären Shrimps in ihrem Endstadium- auf meinem Teller mit Reis und Limone.
Der Rest der Woche verlief dann so wie üblich : Englischunterricht, Essen, Gitarre, braun werden, Fußball und blöde Witze. Am Wochenende gings dann allerdings wieder zurück in die City (Guayaquil) um mit Philipp mal wieder ordentlich feiern zu gehen. Hat auch super funktioniert, der Abend endete um halb 8 morgens mit unserem Nachbar Andi und seinem Kollegen biertrinkend, und musikmachend auf dem Balkon. Die beiden sind mittlerweile auch schon gute freunde und wiederum über die beiden hab ich noch tausnd andere Leute kennengelernt. So langsam wird’s schon fast schwierig das ganze Zeitlich korrekt zu rekonstruieren, deshalb mal schauen wie guts funktioniert^^. Am Tag darauf dann gleich die erste große Reunion mit allen Freiwilligen und Vertretern auf der unter anderem beschlossen wurde dass ich in Zukunft Gitarrenunterricht in Cerrito geben werde. Nach einem guten Wochenende also wieder back von der lauten Stadt in den tiefen Mangrovenwald auf die kleine Insel Cerrito und danach auf Bellavista.
Bellavista

Hier hab ich dann erfahren dass erst mal 2 Wochen Ferien sind für die Schüler, deshalb lief nach einem kurzen Examen im Colegio alles noch gemütlicher wie sonst ab. Hier kam dann das tägliche „Calle siete“-schauen dazu, das hier ein absolutes Muss für alle ist. Ist so ne Art Takeshi’s Castle Sendung mit bisschen mehr gespielter Dramatik. Die Leute haben sogar schon einen ziemlich originalgetreuen Parkour nachgebaut der aber leider in den letzten Tagen ein bisschen gelitten hat
Dann kommen auch endlich die Delfine ins Spiel, die ich mittlerweile sogar schon zwei mal gesehen hab. Das erste mal waren wir im Konzessionsboot unterwegs als der Fahrer plötzlich anhielt und meinte da wären Delfine. Geradezu klischeehaft sind sie dann um uns rum geschwommen und bisschen gesprungen und dann nach 10 Minuten wieder gegangen. Das zweite Mal habe ich gerade auf die Lancha gewartet als ich sie plötzlich in der Mitte des Wassers hochspringen gesehen hab. Leider hab ich noch kein richtig gutes Foto da ich das erste mal keine Kamera dabeihatte und sie beim weiten mal zu weit weg waren aber ich bin mir sicher die Gelegenheit wird sich noch bieten

Wenn ich dann schon mal bei den Tieren bin erzähl ich gleich mal dass es hier auch fluoreszierendes Plankton gibt. Fährt man also Nachts mit dem Boot ohne Licht und hält seine Hand ins Wasser, fällt einem nicht nur auf dass es unglaublich warm ist sondern auch dass es anfängt zu leuchten^^.
So dann kam am Wochenende dass worauf wir alle gewartet hatten- Die Große Fiesta in Cerrito !
Alle Freiwilligen (Außer Katharina, die war in Baños) waren da und es kam zu einem ziemlich Lustigen Abend mit Rum, Tanzen und einem Dj der aus 50% aus einer Art Stripshow bestand^^.
Ich denke die Bilder sagen genug.






Am selben Abend wurde außerdem beschlossen, dass wir wegen den Ferien spontan nach Montañita fahren, ein kleines Dorf am Pazifik dass von den Ecuadorianern als das Las Vegas von Ecuador und vom Reiseführer als „Das Goa des Pazifik“ beschrieben wird. So nun wird mein Schreibfluss kurz unterbrochen, da ich schon wieder zum Essen gerufen werde^^. Boah! Noch nicht mal 11 Uhr morgens und gleich mal Fisch mit Reis, so mag ich das !

Also zurück zu Montañita: Man stelle sich ein kleines Städtchen mit einem dreimal so großen Strand voll von Surfern vor. In der ganzen Stadt riecht es eigentlich nach Gras und die Bevölkerung besteht aus 50% ecuadorianischen Rastafaris und 50% ausgewanderten Hippies aus allen andern Ländern der Welt, die ihr Geld durch den Verkauf von Schmuck und Surfstunden verdienen. Die Woche bestand eigentlich gar nicht aus Feiern, wie ich erwartet hatte sondern hauptsächlich aus Surfen, anderen Surfern zuschauen, Baden, noch brauner werden, am Strand rumliegen und Leute kennenlernen. Abschließend hab ich mir dann noch 2 richtig coole Sachen für meinen Tunnel gekauft: eine längliche Muschel, die die Rastafaris dort sogar zum dehnen nehmen und einen Zahn von einem Regenwaldschwein.

Nach 4 entspannten Tagen dann wieder zurück nach Guayaquil weil uns gesagt worden dass an diesem Wochenende die legendären „Fiestas de Guayaquil“ stattfinden. War eigentlich genau gleich wie sonst auch bloß mit mehr Leuten. Dann war ich gleich noch mit Andi und Philipp auf einem Punk/Hardcore-Konzert das aus drei grottenschlechten Trashpunk-bands und einer recht guten Hardcore-Band. Am besten war eigentlich das letzte Lied, das auch alle kannten in dem der Sänger eigentlich die ganze Zeit irgendwas schreit, worauf das Publikum „Hijo de Puta“ antwortet. Das hab ich schon gefeiert^^.
So und nun sitz ich wieder auf der Insel am PC, höre Musik und hack das hier in meinen Computer rein damit ich es bei der nächsten Internetmöglichkeit gleich hochladen kann.
Falls es jemand aufgefallen ist, (wahrscheinlich meinen Eltern) hab ich mich übrigens entschlossen den Blog eher so umgangssprachlich zu schreiben, is ja nix offizielles hier.  Außerdem hab ich angefangen ein Video zu machen, das aus lauter kleinen Sequenzen von Orten besteht an denen ich war, was ich dann am ende des Jahres hochladen werde. 
Mir geht’s also immer noch super hier, und morgen geht’s dann auch schon los nach Quito auf 2800 m höhe auf den Weltwärtstag bei dem sich alle deutschen Freiwiligen in Ecuador treffen, da könnte es dann sogar fast so kalt sein wie in Deutschland^^
So und zum Abschluss noch ein paar Bilder die ich den letzten Tagen gemacht hab. Liebe Grüße ans kalte Deutschland.




Donnerstag, 5. September 2013

Die Letzten Tage in Baños

Und schon ist die Zeit in Baños fast vorbei und ich kann nur sagen es war der absolute Hammer !
In der kuren Zeit in der wir hier waren haben wir so unglaublich viele Leute kennengelernt, hier waren besonders German und Gabi hilfreich,bei denen wir ausserdem kostenlos 2 Wochen wohnen durften (Danke dafür). Die beiden sind Brüder und arbeiten hier als Touristenführer, was für uns natürlich auch einiges einfacher machte und teilweise auch billiger.

Phillip und Ich haben uns super mit ihnen verstanden was dazu führte dass wir sie eigentlich ständig begleiteten oder sie uns wenn wir was unternommen haben, sei es Motorrad fahren, Wasserfälle anschauen oder wie gestern für eine Nacht auf das Haus ihrer Eltern aufs Land rauszufahren. Die haben übrigens eine Mandarinen- und Avocadoplantage von der wir uns reichlich bedienen durften.



 Da wir nur 2 Stunden Spanischunterricht am Tag hatten, blieb genug Zeit für alles andere. Auch mit unseren Lehrerinnen haben wir uns super verstanden und sind sogar einen kompletten Tag mit ihnen und Lina, der anderen Freiwilligen, in den Regenwald gefahren um dort in Wasserfällen zu baden und alles mögliche zu sehen.
Selva

Der Wasserfall "Hola Vida" der angeblich spirituelle Kräfte besitzt.

"Problem ?"

Wieder einmal die guten Hängematten von Ecuador, nur dieses mal mit legendärer Aussicht über den Regenwald.

Wie auch am Casa del arból eine Schaukel mit der man über den Abgrund fliegt.


Diesen netten kleinen Kollegen haben wir Nachts auf einer Pflanze neben dem Haus von Gabis und Germans Eltern entdeckt 


Tatsächlich ist es kein Gerücht dass man hier Meerschweinchen isst, auch wenn die aussehen wie gegrillte Ratten. Ich hab leider noch keine gegessen da es unglaublich teuer ist.

  Auch wenn es hier oft regnet und recht kalt ist (was aber ein guter Anlass ist um Hippie-Klamotten von den Indídenas zu kaufen), waren wir ständig unterwegs und haben einiges gesehen und einiges gelernt. Wenn es so weitergeht hab ich vermutlich irgendwann keinen Speicherplatz mehr auf meinem PC, da ich alleine in den 2 Wochen hier über 300 Fotos gemacht habe^^
. Am Samstag heißt es dann zurück ins warme Guayaquil und danach zurück auf die Insel zu Fisch, Reis und Sonne.
Die Haare werden immer länger...

Cheers

P.s. : Dieses Video ist von den kleineren Brüdern von German NIco und Wily, sollte man unbedingt anschauen. Er sagt am Anfang ungefähr : " Manche Leute nutzen ihre kleinen Brüder zu ihren Vorteilen aus, ich nicht, ich benutze ihn als Schlitten..."
http://www.youtube.com/watch?v=GwhjsNXMrqo