Donnerstag, 17. Oktober 2013

Von Surfern, Delfinen und Shrimps



So, irgendwie sind jetzt schon 2 Monate vorbei, wie dass so schnell ging ist mir auch nicht ganz klar. Auf jeden Fall ist es dringendst an der Zeit für einen neuen Blog-eintrag, da Ich einn bisschen hinterher hänge. Ich meine andere Leute schreiben jeden tag einen Eintrag, aber ich schieb da jetzt einfach mal die Schuld darauf dass ich hier auf der Insel kein Internet hab ^^ Nachdem ich also aus Baños zurück war gings dann direkt weiter auf die Insel. Hier war eigentlich alles gleich wie davor auch, außer dass am Wochenende das große Fussballturnier mit anschließender Fiesta bevorstand. Aus dem Anlass hab ich dann auch gleich angefangen mit zu trainieren und spiele seitdem fast jeden Abend, wobei die Regeln hier ein bisschen anders sind wie in Deutschland und es auch mal eher brutal zugeht ^^. Blöderweise bin ich dann nach 2 Tagen gleich mal krank geworden und wurde auf die andere Insel zu den Ärzten geschickt. Samstag konnte ich dann zwar nicht Fußball spielen bzw feiern aber am Sonntag war ich dann wieder Topfit und wie Federico (unser Koordinator) meinte gehört das ja irgendwie zum richtigen Ankommen dazu^^. Auf jeden Fall bin ich dann direkt am Montag nach Guayaquil gefahren um mir ein paar Sachen zu besorgen, unter anderem eine Gitarre.  Hier hab ich dann gleich im ersten großen Laden ein richtig endsgeiles Teil gefunden und sogar noch 50 $ billiger bekommen weil der Verkäufer keine Ahnung hatte und unter der Produktnummer ein billigeres Modell im Ladencomputer eingespeichert war.
da ist das Teil

Was ich jetzt den ganzen Tag mache dürfte ja demnach klar sein.
So dann wieder zurück auf die Insel zu vor allem richtig viel essen, an manchen Tagen hatte ich mittlerweile schon 5 warme Mahlzeiten, macht aber nichts, ist nämlich immer noch saumäßig lecker. Dazu gleich mal noch ein Bild von den Legendären Shrimps in ihrem Endstadium- auf meinem Teller mit Reis und Limone.
Der Rest der Woche verlief dann so wie üblich : Englischunterricht, Essen, Gitarre, braun werden, Fußball und blöde Witze. Am Wochenende gings dann allerdings wieder zurück in die City (Guayaquil) um mit Philipp mal wieder ordentlich feiern zu gehen. Hat auch super funktioniert, der Abend endete um halb 8 morgens mit unserem Nachbar Andi und seinem Kollegen biertrinkend, und musikmachend auf dem Balkon. Die beiden sind mittlerweile auch schon gute freunde und wiederum über die beiden hab ich noch tausnd andere Leute kennengelernt. So langsam wird’s schon fast schwierig das ganze Zeitlich korrekt zu rekonstruieren, deshalb mal schauen wie guts funktioniert^^. Am Tag darauf dann gleich die erste große Reunion mit allen Freiwilligen und Vertretern auf der unter anderem beschlossen wurde dass ich in Zukunft Gitarrenunterricht in Cerrito geben werde. Nach einem guten Wochenende also wieder back von der lauten Stadt in den tiefen Mangrovenwald auf die kleine Insel Cerrito und danach auf Bellavista.
Bellavista

Hier hab ich dann erfahren dass erst mal 2 Wochen Ferien sind für die Schüler, deshalb lief nach einem kurzen Examen im Colegio alles noch gemütlicher wie sonst ab. Hier kam dann das tägliche „Calle siete“-schauen dazu, das hier ein absolutes Muss für alle ist. Ist so ne Art Takeshi’s Castle Sendung mit bisschen mehr gespielter Dramatik. Die Leute haben sogar schon einen ziemlich originalgetreuen Parkour nachgebaut der aber leider in den letzten Tagen ein bisschen gelitten hat
Dann kommen auch endlich die Delfine ins Spiel, die ich mittlerweile sogar schon zwei mal gesehen hab. Das erste mal waren wir im Konzessionsboot unterwegs als der Fahrer plötzlich anhielt und meinte da wären Delfine. Geradezu klischeehaft sind sie dann um uns rum geschwommen und bisschen gesprungen und dann nach 10 Minuten wieder gegangen. Das zweite Mal habe ich gerade auf die Lancha gewartet als ich sie plötzlich in der Mitte des Wassers hochspringen gesehen hab. Leider hab ich noch kein richtig gutes Foto da ich das erste mal keine Kamera dabeihatte und sie beim weiten mal zu weit weg waren aber ich bin mir sicher die Gelegenheit wird sich noch bieten

Wenn ich dann schon mal bei den Tieren bin erzähl ich gleich mal dass es hier auch fluoreszierendes Plankton gibt. Fährt man also Nachts mit dem Boot ohne Licht und hält seine Hand ins Wasser, fällt einem nicht nur auf dass es unglaublich warm ist sondern auch dass es anfängt zu leuchten^^.
So dann kam am Wochenende dass worauf wir alle gewartet hatten- Die Große Fiesta in Cerrito !
Alle Freiwilligen (Außer Katharina, die war in Baños) waren da und es kam zu einem ziemlich Lustigen Abend mit Rum, Tanzen und einem Dj der aus 50% aus einer Art Stripshow bestand^^.
Ich denke die Bilder sagen genug.






Am selben Abend wurde außerdem beschlossen, dass wir wegen den Ferien spontan nach Montañita fahren, ein kleines Dorf am Pazifik dass von den Ecuadorianern als das Las Vegas von Ecuador und vom Reiseführer als „Das Goa des Pazifik“ beschrieben wird. So nun wird mein Schreibfluss kurz unterbrochen, da ich schon wieder zum Essen gerufen werde^^. Boah! Noch nicht mal 11 Uhr morgens und gleich mal Fisch mit Reis, so mag ich das !

Also zurück zu Montañita: Man stelle sich ein kleines Städtchen mit einem dreimal so großen Strand voll von Surfern vor. In der ganzen Stadt riecht es eigentlich nach Gras und die Bevölkerung besteht aus 50% ecuadorianischen Rastafaris und 50% ausgewanderten Hippies aus allen andern Ländern der Welt, die ihr Geld durch den Verkauf von Schmuck und Surfstunden verdienen. Die Woche bestand eigentlich gar nicht aus Feiern, wie ich erwartet hatte sondern hauptsächlich aus Surfen, anderen Surfern zuschauen, Baden, noch brauner werden, am Strand rumliegen und Leute kennenlernen. Abschließend hab ich mir dann noch 2 richtig coole Sachen für meinen Tunnel gekauft: eine längliche Muschel, die die Rastafaris dort sogar zum dehnen nehmen und einen Zahn von einem Regenwaldschwein.

Nach 4 entspannten Tagen dann wieder zurück nach Guayaquil weil uns gesagt worden dass an diesem Wochenende die legendären „Fiestas de Guayaquil“ stattfinden. War eigentlich genau gleich wie sonst auch bloß mit mehr Leuten. Dann war ich gleich noch mit Andi und Philipp auf einem Punk/Hardcore-Konzert das aus drei grottenschlechten Trashpunk-bands und einer recht guten Hardcore-Band. Am besten war eigentlich das letzte Lied, das auch alle kannten in dem der Sänger eigentlich die ganze Zeit irgendwas schreit, worauf das Publikum „Hijo de Puta“ antwortet. Das hab ich schon gefeiert^^.
So und nun sitz ich wieder auf der Insel am PC, höre Musik und hack das hier in meinen Computer rein damit ich es bei der nächsten Internetmöglichkeit gleich hochladen kann.
Falls es jemand aufgefallen ist, (wahrscheinlich meinen Eltern) hab ich mich übrigens entschlossen den Blog eher so umgangssprachlich zu schreiben, is ja nix offizielles hier.  Außerdem hab ich angefangen ein Video zu machen, das aus lauter kleinen Sequenzen von Orten besteht an denen ich war, was ich dann am ende des Jahres hochladen werde. 
Mir geht’s also immer noch super hier, und morgen geht’s dann auch schon los nach Quito auf 2800 m höhe auf den Weltwärtstag bei dem sich alle deutschen Freiwiligen in Ecuador treffen, da könnte es dann sogar fast so kalt sein wie in Deutschland^^
So und zum Abschluss noch ein paar Bilder die ich den letzten Tagen gemacht hab. Liebe Grüße ans kalte Deutschland.